15/05/2019
Newsletter "Norme e Tributi" / "Recht und Steuern" Nr. 133 della Camera di Commercio Italo-Germanica

NUTZUNG VON FIRMENWAGEN MIT AUSLÄNDISCHEM KENNZEICHEN

Personen, die seit mehr als 60 Tagen in Italien ihren Wohnsitz haben, ist es grundsätzlich untersagt, ein im Ausland zugelassenes Fahrzeug zu führen (Art. 93 Abs. 1-bis Gesetzesdekret 285/1992, in der durch Gesetz 132/2018 reformierten Fassung). Bei Zuwiderhandlungen droht ein Bußgeld von 712 bis 2.848 Euro sowie die Beschlagnahme des Fahrzeugs. Es kann dann, wenn es innerhalb von 180 Tagen weder ungemeldet noch ausgeführt wird, sogar endgültig eingezogen werden (Art. 93 Abs. 7-bis). Eine Ausnahme gilt dann, wenn es sich um Personen handelt, denen von ihrem ausländischen Arbeitgeber ein Firmenwagen zur Verfügung gestellt wurde und der Arbeitgeber in Italien keine Niederlassung hat, sondern im EU-Ausland oder im EWR ansässig ist. Die Ausnahme gilt auch für Nutzer von Leasing- oder Mietwagen. Der Führer des Fahrzeugs hat jedoch zwingend ein Dokument im Fahrzeug aufzubewahren, das vom Halter unterzeichnet ist und über ein sogenanntes sicheres Datum ("data certa") verfügt. Aus dem Schriftstück haben der Rechtsgrund und die Dauer der Fahrzeugüberlassung hervorzugehen (Art. 93 Abs. 1-ter). Anderenfalls gilt das Kraftfahrzeug als in der freien Verfügung des Fahrers stehend. Um die eingangs genannten schwerwiegenden Sanktionen zu vermeiden, empfiehlt es sich, die erforderliche Dokumentation mit der gebührenden Sorgfalt zu erstellen und ggf. einen sachkundigen Berater hinzuzuziehen.

Susanne Hein